170-Jahr-Feier in Zillerthal-Erdmannsdorf

170-Jahr-Feier in Zillerthal-Erdmannsdorf
heute Myslakowice/Polen


Vom 14. bis 16. September 2007 fanden im schlesischen Zillerthal-Erdmannsdorf – heute Myslakowice – zur Erinnerung an die Ankunft der Zillertaler Protestanten in Schlesien vor 170 Jahren Jubiläumsfeierlichkeiten statt.

Einen Film über die Feierlichkeiten können sie hier im Fenster ansehen.

Einer der Höhepunkte im Programm war die Kranzniederlegung am Denkmal von Johann Fleidl vor dem Schloss Erdmannsdorf, das den preußischen Königen als Sommerresidenz diente. Johann Fleidl war der Führer der Zillertaler Protestanten. Er sprach beim preußischen König Friedrich Wilhelm III. vor und bat um Aufnahme seiner protestantischen Landsleute in Preußen. Davor gab Anfang 1837 Ferdinand I., der Gütige (!) der Entschließung des Tiroler Landtages nach, die über 400 Zillertaler Augsburger Bekenntnisses aus dem Land zu verweisen.

Fleidl - Kranz 3 350

Fleidl - Kranz 1 350



Josef Geisler Abgeordneter des Tiroler Landtages und Dr. Wolfgang Stöckl Amtsleiter der Marktgemeinde Mayrhofen legen am Denkmal des Johann Fleidl den Kranz der Zillertaler Gemeinden nieder (von rechts nach links).

 

 

 

 

 

 

Fleidl - Kranz 2 350

Johann Fleidl - Denkmal 350

 

Dr. Wolfgang Stöckl Amtsleiter der Marktgemeinde Mayrhofen,
Georg Huber Hauptmann der Schützenkompanie Ramsau, Helene Partoll Gemeinderatsmitglied und Josef Geisler Landtagsabgeordneter des Tiroler Landtags vor dem Denkmal von Johann Fleidl nach der Kranzniederlegung (von links nach rechts).

 

 

Schloß Erdmannsdorf 350

 

Im Vorhof des Schlosses Erdmannsdorf, das den preußischen Königen als Sommerresidenz diente, steht das Denkmal des Johann Fleidl


Zwischen dem 31. August und dem 4. September 1837
verließen 427 Zillertaler,
in vier Auswanderungszügen, ihre Heimat im Zillertal. Elf von ihnen wanderten nach Kärnten und in die Steiermark in bestehende Toleranzgemeinden, 416 wanderten unter Führung von Johann Fleidl nach Erdmannsdorf in Schlesien, dem heutigen Myslakowice.

 

Kirche 01 350Kirche 02 350

 

 

Der Gottesdienst in der Kirche von Myslakowice dem früheren
Zillerthal-Erdmannsdorf, mit den Bundesmusikkapellen von Aschau und Brandberg und der Schützen-kompanie von Ramsau, und der einheimischen Bevölkerung war ein bewegender Augenblick.



Dom Tirolski 1 350Dom Tirolski 2 350


 

Das Tirolerhaus Rieser – Dom Tyrolski – wurde von Michael Stöckl aus Mayrhofen vor dem Verfall gerettet und restauriert. Ein gemütliches Restaurant und ein kleines Museum über die Einwanderung der Zillertaler Protestanten von 1837 befinden sich darin.



Dom Tirolski 3 350

Museum 350



Links das gemütliche Restaurant des Tirolerhofes und rechts ein Blick ins Museum



 

 

 

Tirolerabend 3 350Tirolerabend 4 350

 

 

 

Der Tiroler Abend mit zünftiger Zillertaler Musik in Zillerthal-Erdmannsdorf, dem heutigen Myslakowice, wurde von Musikern der Bundesmusikkapellen Brandberg und Aschau gestaltet.

 

 

Korwary 3 350Korwary 4 350

 

 

In Schmiedeberg kamen 1837 die Zillertaler in ihrer neuen Heimat an. Hier lebten sie ein Jahr bei der Bevölkerung bis ihre Häuser in Zillerthal-Erdmannsdorf bezugsfertig waren.

 

 

 

Korwary 1 350Korwary 2 350

 

 

Die Zillertaler Abordnungen wurden in Schmiedeberg, dem heutigen Kowary ganz herzlich mit Brot und Salz empfangen.

 

 

 

Lublasser 350Tirolerstraße 12  350

 

 

 

 

 

König Friedrich Wilhelm III. ließ den Zillertaler Einwanderer ihre Zillertaler Höfe nach einem vorab erstellten Musterhaus erbauen. Selbst einen Gaulofen besaßen die Häuser, ein gemauerter Ofen mit Ofenbank und Ofenbrücke, wie man ihn heute noch im Zillertal/Tirol antrifft.

Tirolerstraße L 350Tirolerstraße R 350

 

 

 

 

16 Tirolerhöfe in Zillerthal-Erdmannsdorf, Myslakowice, wurden bereits vorbildich restauriert und alle unter Denkmalschutz gestellt. Weitere sollen folgen.

 

 

 

 

 

 

Hirschberg 1 350Hirschberg 2 350

 

 

 

 

Der Empfang der Zillertaler durch Bürgermeister und Räte des Hirschberger Tales auf dem Marktplatz von Hirschberg, heute Jelenia Gora, fand während der Kulturveranstaltung Hirschberger September statt.





Hirschberg Schützen 350Korwary 5 350


Die Bundesmusikkapellen von Brandberg und Aschau und die Schützenkompanie Ramsau nahmen auf dem Marktplatz von Hirschberg Aufstellung.
Eine Ehrensalve durch die Schützen-kompanie Ramsau unter dem Kommando von Hauptmann Georg Huber und ein Platzkonzert der beiden Musikkapellen rundeten den Empfang der Zillertaler ab.


Fotos Helga und Horst Bast © 2007