63 der protestantischen Zillertaler Auswanderer
zogen von 1838 bis 1839 von Preußen nach Mittelfranken
und später auch einige nach
Rußland, Polen und Australien weiter.
1856 bis 1860 wanderten 54 Zillertaler
von Zillerthal-Erdmannsdorf in Schlesien nach Chile aus.

Nach viermonatiger Schiffsreise landeten sie in Puerto Montt – in jenem Ort, wo heute die Panamericana, die in Alaska beginnt, endet.
Folgende Familien mit Wurzeln im Zillertal in Tirol haben sich weit im Süden – zwanzig Kilometer landeinwärts – am damals menschenleeren Llanquihue-See niedergelassen:
- Brugger,
– Fleidl,
– Klocker,
– Hechenleitner,
– Heim,
– Schönherr,
– Kröll und
– Wechselberger.
Llanquihue heißt „versunkener Ort“, versunken nach einem Vulkanausbruch.
An dem Ufer des Llanquhue See, der fünfmal so groß ist wie der Chiemsee, leben die deutschsprachigen Nachkommen heute noch
Puerto Montt um 1862 und rechts unten im 21. Jahrhundert
Die Tiroler waren gemeinsam mit den ersten Deutschen in das deutschfreundliche Chile von Präsident Manuel Montt aufgebrochen. Der Ort ihrer Ankunft wurde später nach diesem Präsidenten benannt, Puerto Montt.
Ihre heutigen Orte heißen Los Bajos, Frutillar und Osorno und es leben heute noch in Chile etwa 600 Nachfahren der Zillertaler Auswanderer von 1837.
Am Llanquihue-See findet sich auf einem Grabstein folgender Text für eine Auswanderin:
“Als Kind in Tirolens Bergesluft
als Jungfrau in Schlesiens Blütenduft
unter Kindern und Enkeln am stillen See
fand sie Ruh’ im Land Llanquihue”
Es ist die im Zillertal geborene
Teresa Hechenleitner,
die Ehefrau von Jakob Klocker.
Im Foto links aus dem Jahre 2005 die alte fast unlesbare Inschrift und rechts die restaurierte Inschrift zur 150 Jahrfeier der Einwanderung der Zillertaler in Chile im Jahre 2006.


Friedhof in Los Bajos mit dem
Vulkan Osorno


Gedenkstafel im Vorraum der lutherischen Kirche
in Los Bajos



Die lutherische Kirche in Los Bajos
Fotos Klaus Keller, Santiago de Chile 2006




